Heimatverein Nussloch e.V.
Heimatverein Nussloch e.V.

2006

Nußlocher Monde und der neu gestaltete Maibaum
Prächtiger Maibaum schmückt den Ortsmittelpunkt

Um den Maibaum, der zum ersten Mai aufgestellt wird, ranken sich die verschiedensten Erzählungen und Gegebenheiten. Gleichzeitig verkörpert der Maibaum auch eine besondere Symbolkraft. 
Diese Erzählungen und Gegebenheiten spiegeln sich wieder bei der Maibaumbeschaffung aus dem Wald, seiner Entrindung, dem Schmücken, dem Aufstellen und dem Bewachen. Aber auch die sportlich-spielerische Entwendung des Maibaums aus einer Nachbargemeinde und die Feier seiner Auslösung mit Freibier, durch die Besitzer wurden in verschiedenen Geschichtsbüchern festgehalten.

Regelmäßige Maibaumbräuche kamen erstmals infolge des 30- jährigen Krieges auf.
In jener Zeit stellten die Soldaten am 1. Mai Ehrenbäume für Offiziere, Fürsten oder hohe Gemeindevertreter auf, wofür dann das Maibier und andere Vergünstigungen gewährt wurden.

Der Maibaum wurde im 18.und 19. Jahrhundert auch als Freiheitsbaum angesehen und sollte damit den Freiheitsgedanken aller dokumentieren.

In Amerika war auf der Fahne der amerikanischen Kolonisten seit 1775 die Fichte als Freiheitssymbol dargestellt.
In Frankreich war der Freiheitsbaum ein wichtiges Symbol der Französischen Revolution. Er entstand im Winter 1798/99 aus der bäuerlichen Tradition des Maibaumes.
In Deutschland wurde der Freiheitsbaum auch übernommen. Jedoch nach der gescheiterten Revolution im Jahre 1848 wurde dieses Symbol des Freiheitsgedankens nicht weiter fortgesetzt.

Der Maibaum in seinem ureigenen Sinn aber lebte weiter und wurde ein Nationalsymbol. Der Nationalstolz einer Region kam an der Höhe der Bäume zum Ausdruck. Mit Inschriften verdeutlichten die Bürger ihr Nationalbewusstsein.

Der Maibaum als Baum der Arbeit

Am 1. Mai 1886 streikten in Chicago 30.000 Arbeiter für den 8-Stunden Tag.
Bei Zusammentreffen von Streikenden und Ordnungshüter gab es Verletzte und Tode.
Zu diesem Jahrestag gedachten internationale Arbeiterschaften den Toden von Chicago und es wurde der 1. Mai im Jahre 1919 zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

Auch die Nationalsozialisten nutzten den so genannten – Volksfeiertag – und den hierzu traditionellen Maibaum. Damit sollte das Volk in nationale Aufbruchstimmung versetzt werden.

Seit 1945 steht das Symbol Maibaum für Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Diese Lebensmerkmale unterstreicht noch heute der Maibaum und verkörpert damit eine traditionsreiche Entwicklung in der Brauchtumspflege.  

Der entrindete Maibaum hat in seinen hinzugefügten Teilen eine bestimmte Symbolkraft und drückt damit einige Besonderheiten aus:

Der Stamm versinnbildlicht Kraft und Gesundheit. Die Rinde muss abgeschält werden, damit sich nicht Hexen und böse Geister in Gestalt von Käfern darin verstecken können.

Die Symbolschilder zeigen Bilder des dörflichen Lebens aus Bauernstand, Handwerk und Brauchtum.

Der Kranz versinnbildlicht das weibliche Element. Fehlt der Kranz, so ist der Baum kein Fruchtbarkeitssymbol mehr.

An den Bändern soll der Segen des Gedeihens angebunden werden.

In der Krone wohnen die guten Geister und höchsten Götter. Fehlt der grüne Wipfel, so ist der Baum kraftlos.

Diese Tradition der Maibaumstellung wird vom Heimatverein Nußloch seit 1977 jährlich vollzogen . Bereits Tage zuvor sind Mitglieder des Heimatvereins und Mitarbeiter des Bauhofes damit beschäftigt, die äußerlichen Voraussetzungen, wie zum Beispiel Schlagen des Maibaumes, Schmückung des Tannenbaumes und des Kranzes und die Anbringung der Symbolschilder vorzunehmen. Diese bunten Symbolschilder wurden von der bekannten Nusslocher Künstlerin Rosel Herb bemalt.

Aus Sicherheitsgründen wird die Aufstellung des ca. 18 m hohen Maibaumes vorgezogen.

Am sonnigen Samstagnachmittag, dem 30. April war es nun soweit. Eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch unter der Leitung von Bernd Rensch kam mit der großen Leiter zur Montage der Zunftschilder zum Lindenplatz. In rascher Folge wurden die Zunftschilder montiert und der Maibaum herausgeschmückt. Die Übergabe des Maibaumes an die Bevölkerung konnte nun beginnen.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Klaus Wipfler konnte zahlreiche interessierte Einwohner darunter insbesondere Herr Bürgermeister Rühl, Damen und Herren des Gemeinderates, die Mitglieder des Musikvereins Feuerwehrkapelle sowie eine Abordnung von Mitgliedern der Gruppe „ Hexe vom Groobrunn „ zur Übergabe des Maibaumes willkommen heißen.

Nach einem einleitenden Musikstück, vorgetragen vom Musikverein Feuerwehrkapelle Nußloch ging Klaus Wipfler auf die Überlieferung der geschichtlichen Bedeutung des Maibaumes ein.

Unter den musikalischen Klängen des Musikvereins Feuerwehrkapelle tanzten die Hexen vom Groobrunn um den Maibaum und drückten so ihre Aufwartung für den Maibaum aus.

Der Heimatverein hatte sich in diesem Jahr zur Maibaumaufstellung etwas Besonderes einfallen lassen.
Zu den kostenlosen Getränken wurden die von dem Vorstandsmitglied Volker Waldi kreierten und von der Bäckerei Siefert gebackenen Nußlocher Monde verteilt. Dies ist ein gutes schmackhaftes Laugengebäck, das sehr gut zu diesem Anlass passte. Das Angebot der kostenlosen Nußlocher Monde wurde rege angenommen.

Mit dem Dank an die Arbeiter des Bauhofs der Gemeinde, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, dem Musikverein Feuerwehrkapelle sowie den Hexen vom Groobrunn für die gelungene Maibaumaufstellung klang die Veranstaltung in geselliger Runde aus.

Wir hier in Nußloch können Stolz auf diesen schönen neuen Maibaum sein. Der Heimatverein übergibt hiermit gemeinsam mit Herrn Bürgermeister Rühl diesen Maibaum nun der Nusslocher Bevölkerung.

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